und ein paar schöne Bilder, die nichts mit dem Text zu tun haben

inge man von der Hypothese aus, daß der Mensch links und rechts statt mit fünfen durchschnittlich mit sechs Fingern ausgestattet sei, wären die Zahlenerfinder des Altertums gewißlich nicht auf die abwegige Idee gekommen, die Zahl »10« als Basis für die Zahlenlehre zu verwenden. Nein, vielmehr hätten sie gewißlich die »12« zum Maß aller Dinge erhoben. Nun, für uns lediglich zehnfingerige Individuen mag ein Zwölfersystem befremdlich erscheinen, jedoch ist bekannterweise das heut' vertraute Dezimalsystem seinerzeit arg schief betrachtet worden, als der Mensch noch in Unzen, Pfund, Bronzestücke, Quarterweights, Ellen, Speichen, Scheffel, Guineen, Schock und Zoll (=1/12 Fuß)  rechnete.

Nun stelle man sich aber einmal vor, bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts hätte es zwar bereits das Zwölfersystem (12 Dutzend = 1 Gros) gegeben, aber erst JOHANN SEBASTIAN BACH hätte z.B. 1727 folgende, simple Zahlensymbolik eingeführt:

C=1; C#=2; D=3; Eb=4; E=5; F=6; F#=7; G=8; Ab=9; A=10; B=11; H=12; CH=13; CC=14 usw. um damit ein für allemal festzulegen, daß Musik und Mathematik das selbe, bzw. Mathematik ein kleines Spielwerk innerhalb der unendlichen Weiten der Töne ist. Ferner hätte Bach das Jahr schätzungsweise in 16 (CEb ) Monate geteilt, die 15 (CD) mal 23 (C#H) Tage und 1 (C) mal 20 (CG) bzw. alle 4 (Eb) Jahre 21 (CG#) Tage hätten. Die Zeitrechnung begänne selbstverständlich im Jahr der Geburt Bachs, so daß wir im Jahre 2001 das Jahr C#DE (316) schrieben.

Nun, dadurch wäre die Menschheit im Allgemeinen recht gut über Harmonielehre informiert und würden dieses Wissen aus gewohnheitsmäßig purer Idiotie dafür verwenden, um dummes Zeug in simple Zahlen hineinzuinterpretieren. Das Lebensalter würde LOGISCHERWEISE in diesem System in Tagen gerechnet. Dies bewirkt im Bachschen System nämlich die wundersame Zufälligkeit, daß man zwischen dem BBBten (1.727 Tage = ca. 4,7 Jahre) und dem CHHHHten (20.736 Tage = ca. 56,8 Jahre) Lebenstag in der spannenden Welt der Vierklangakkorde lebt und damit gleichzeitig in seiner aktivsten Phase.

Akkorde???

Ja, genau, die simplen Ziffern sind merkwürdigerweise identisch mit Bezeichnungen für Tonhöhen, wobei man, wenn das eine fälschlicher- und völlig unsinnigerweise für das andere gehalten wird, ab 2 Ziffern einen Akkord erhält.

Dies hätte aber weitreichendste Folgen, denn beispielshalben würden Psychosomatikforscher die Biorhythmuskurve eines Menschen immer genau so hinbiegen (das heißt die Maßeinheiten so lange verändern, bis es paßt), daß die Hochs in besonders konsonanten und die Tiefs in besonders dissonanten Lebenstageakkorden lägen, bzw. noch viel subtilere Eigenschaften, wie modaltonale Faktoren, Dur/Moll-Zugehörigkeit, akustische Spannung usw. unter dem Teppich hervorkehrten.

Das allerbreiteste Feld eröffnete sich aber dem überflüssigsten, kackreizerregendsten, verbrunztesten und verabscheuungswürdigsten Geschmeiß dieses Planeten, der von bedauernswert unmündigen Bürgern für gar keine Leistung säckeweise Geld in den Arsch gesteckt erhält. Gemeint sind natürlich die EsoterikerInnen.

Diese teilten dann nämlich die Charaktere der Menschen (abhängig z.B. vom Geburtsdatum) nach Tonart (statt wie bisher nach dem Griechischen Kalender, der ein gewöhnlicher Kalender ist und zwar ein Kalender wie ein stinknormaler Kalender, also ein Kalender ohne wenn und aber) ein und erfänden Beurteilungen allerdämlichster Kajüte für schwachsinnige Phantasieannahmen. Sie schrieben Millionen von Büchern, die Milliarden von GeistesgestörtInnen für bare Münze nähmen und würden sich 16 Stunden täglich über die bescheuerten KonsumentInnen schlapplachen, die Ihnen die Teller vergolden.

 

 

Ein paar frei aus dem Ärmel geschüttelte Horrorszenarien sollen hierbei die mannigfaltigen Wege aufzeigen, die ein geld- und machtbesessenes Hirn zu beschreiten in der Lage sein könnte:

Zählte man die Geburtszwei- bzw. –dreiklänge zweier Menschen zusammen und erhielte als Ergebnis einen Durakkord, würde das wohl eine besonders fröhliche Gemeinschaft ergeben (z.B. Geburtstag A.D (10.03) + Geburtstag F#.E (07.05.): Tage A+F# = CE und Monate D+E = G ergo lautet das esoterische Ergebnis CE.G = C-Dur!). Bei Mollakkorden natürlich eine besonders traurige. Bei maj7ern eine öde. Bei Verminderten eine spannungsreiche. Bei Moll-Sechsern eine besonders dramatische usw. Man kann natürlich auch die Töne einfach aneinanderhängen oder multiplizieren, dividieren, potenzieren, logarithmieren oder ähnlichen Unfug damit treiben. EsoterikerInnen fänden schon eine Weise, in der sie in alles, was bedeutungslos ist, irgend etwas hineininterpretieren könnten, um Geld herauszuquetschen. Sagen wir einfach mal, aneinanderhängen indizierte die Harmonie beim Geschlechtsverkehr, dividieren (und mit e hoch pi multiplizieren) entspräche den Geldangelegenheiten und potenzieren der körperlichen Gesundheit.

Selbstredend fänden EsoterikerInnen anhand von Eb-Moll (660) Beispielen heraus, daß alle großen Taten der Weltgeschichte an einem besonders superharmonischen Lebenstageakkord der Täter stattfanden. Gleichzeitig fänden natürlich andere Menschen eine achtstimmig polyphone Anzahl von Gegenbeispielen heraus, daß auch besonders ungute Ereignisse an solchen Tagen stattgefunden haben (so brach vielleicht der zweite Weltkrieg an einem A-Dur Lebenstageakkord von Hermann Göring aus, oder so).

Aber auch im nichtgeisteskranken Leben, würde die Harmonielehre den Sprachschatz eindrucksvoll unterwandern. Man sagte am Flohmarkt vielleicht: »Könn' se da nich' noch 'ne kleine Terz runtergehen, Musikfreund?« bei »Wetten Was?« träten schnauzbärtige Leute auf, die Akkorde, auf dem Klavier gespielt und Geburtsdaten von berühmten Lederkugeltretern (mit Jahreszahl) repräsentierend, dahingehend am Klang erkennten, daß sie sofort wüßten wer gemeint ist.

Doch zurück zur Scharlatanerie: Diese wird lückenlos """beweisen""", daß die Anzahl der Töne, die J.S.Bach geschrieben hat, identisch ist mit der Anzahl von Streichhölzern, die, wenn man Schachteln mit DC# (38) Streichhölzern schmalseitig aufrecht um die Cheopspyramide herumstellt (oder meinethalben nur die Nordseite entlang) in denselben Schachteln enthalten sind. Stellt man die Schachteln jedoch nicht auf den Boden, sondern auf die Cte, Ete und Gte Stufe (Anm. für DJs: CEG=C-Dur) der Pyramide, leert sie aus und legt die Hölzer dann aneinander (jeweils B der Länge nach und das CHte quer [i.e. jede Oktave markierend]), so erhält man die mittlere Entfernung Erde-Mond in Streichholzlängen. Aber das gehört ja nun ebensowenig hierher, wie die wissenschaftlich anerkannte Tatsache, daß, wenn man die Cheopspyramide im Maßstab C:C aus Fleischbrühwürfeln von Zamek nachbaute, man genau so viel Gallonen Fleischbrühe daraus kochen könnte, wie es der mittleren Entfernung Erde-Sonne in Ellen entspricht.

Doch der Bericht schwiff ab: Mit der Zeit würde sich eine weltweit verlachte Pseudo"""wissenschaft""" herauskristallisieren, die jedwedes Ereignis, egal wie banal es sei (z.B. um welche Uhrzeit man pinkeln gehen soll, um ein besonders harmonisches Strahlgefühl zu erzielen), in irgendeinen kon- oder dissonanten Zusammenhang brächte.

Auch die Zukunft ließe sich -nach dem Willen der ParasitInnen- auf diese Weise in idealer Form extrapolieren: Man nehme lebenswichtige Eckdaten, wie z.B. Geburt, erster harter Stuhlgang, Laufen gelernt, erster Fahrradunfall, das erste mal besoffen, den ersten Studiengang geschmissen usw. (Datum = Töne!). so kann man daraus, der Bachschen Harmonielehre folgend, total einfach weitere Eckdaten extrapolieren. Selbstredend auch per Computersoftware, falls die Auflösung einer Harmoniefolge (für DJs) zu schwierig sein sollte.

Jubiläen (besonders "gerade" Daten in Tagen) würden sicherlich Durakkorde sein, wie z.B.: »G-Dur-Tage bei Schuhaus Müller. Es singt Roy Black bei Kaffee und Kuchen.«

Zudem feierte man Geburtstage nur zu ganz bestimmten Akkorden. Möglicherhalben gäbe dann auch Gemütsfeiern (Mollakkorde) oder Pentaphonieerreichungsfeste (=Rente) oder maj7-Durchhänge-Schlaffi-Tage und dergleichen.

Natürlich würden auch viele Müllgläubige, die an besonders dissonanten Tagen geboren sind, jedwede Kleinigkeit, die in ihrem Leben schief läuft auf eben diesen Umstand zurückführen oder gar Suizid begehen, was für die Gesellschaft der Denkenden mitunter nicht der größte Verlust wäre.

Die allerbescheuertste Frage, die man stellen könnte, lautet dann: »Was bist'n Du für 'ne Tonart?« (Von Mann zu Frau gesprochen heißt das natürlich nur, genau wie bisher üblich »Ich will Dich vögeln«).

Es wird Goldkettchen mit Akkordsymbolen geben, Autoaufkleber und Baumwollunterbekleidungsstücke mit aufgedruckten Tonarten, in jede jemals geschriebene Melodie wird die Lebensgeschichte des Komponisten bzw. die seines Lebensgefährten hineininterpretiert, Totalverblödete erkennen auf den ersten Hör, welcher Tonart der Sänger vermeintlich angehört...

Die als ideal anzusehende Ehe wäre diejenige, bei welcher ein IV-Mann mit einer V-Frau (oder umgekehrt) verheiratet ist und die Subtraktion, Division oder Potenzierung der Töne einen I-Akkord ergibt (weil, für DJs, das ist die kleine Kadenz; Kad..Was??? Ach, ihr versteht das eh' nicht).

 

 

An den Haaren herbeigezogen?

Zu solchem Schwachsinn würden Menschen niemals fähig sein, selbst wenn man sie mit der Nase darauf stieße?

Nein?

 

Na gut:

Sieh' Dir die Sterne an: Lichtpunkte. Heiße Gaskörper.

Die Planeten: Stein- und Eisbrocken, die Licht reflektieren.

UND?

UUUUND???

 

Na?

Na??

Naaa???

Na, also!!!

 

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