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 Giselher Kortweiler, Journalist
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Giselher Kortweiler behandelt heute die brandaktuellen Themenkomplexe: | Die Finanzkrise der BRD - ein Vorschlag |
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Liebe
Frau Bundeskanzlerin,
uns allen ist bekannt, daß Du mit meinem persönlichen
Geld dafür bürgst, daß Banken wieder weiter im globalen Roulette zocken
können, ohne jemals irgendwelchen realen wirtschaftlichen Entwicklungen
berücksichtigen zu müssen. Trotz des gewaltigsten Booms im Maschinenbau
und der metallverarbeitenden Industrie seit 1945 scheinen Banken lieber
mit virtuellen Ziffern herumzuspielen. Klar, ein florierender
Wirtschaftszweig, der keine Kredite benötigt, ist letztendlich absolut
uninteressant. Diese Grundsituation könnte man
vielleicht entschärfen, in dem sämtliche Bankenentscheider mit
Realitäten konfrontiert werden, also z.B. einfach regelmäßig übers
Knie gelegt werden und von ALG II leben müssen, oder wenigstens global
keine Möglichkeiten für Steuerschlupflöcher mehr hätten, aber gerade
letzteres wäre ja voll unsozial.
Was ist jedoch, wenn die Banken ihre
Bürgschaft von mir, dem alleinigen Geldinhaber (i.e. Steuerzahler)
einfordern?
Dann brauchst Du
plötzlich schnell etwas Geld, um die
dadurch entstehenden Haushaltslöcher
stopfen zu können. Klar, Verwaltungs- und Bürokratieabbau wäre ein Thema, aber damit schaffst Du nur neue Arbeitslose und die kosten auch wieder Geld. Sie können zwar dann auch keinen Schaden mehr anrichten, sind aber wahrscheinlich mangels Qualifikation unvermittelbar, selbst wenn es
finanziell wieder aufwärts gehen sollte.
Aber eine wirklich elegante Einnahmequelle hast Du bis jetzt übersehen, bzw. Du hast Dich bloß noch nicht getraut, das anzusprechen: Die Alkoholsteuer. Du denkst sicher, so ein Quatsch, soviel Alkohol wird gar nicht konsumiert, daß sich das lohnen könnte, doch halt ein, ich erkläre Dir mein Konzept (aber schön bis zum Schluß lesen!):
Besteuere doch einfach jeden Trinkalkohol mit, sagen wir mal 200 Euro pro Liter reinen Alkohols. Ein halber Liter Bier würde dadurch um etwa 5 Euro teurer. Eine Flasche Schnaps um 50-60 Euro. Jetzt rechne doch mal nach, welche Mehreinnahmen daraus resultieren könnten, die Konsumzahlen hast Du ja vorliegen! Natürlich wird es immer ein paar widerliche Querulanten geben, die dann einfach keinen Alkohol mehr trinken, aber es werden noch genügen übrigbleiben, die weitersaufen.
Vermutlich kannst Du nun mal kein Gesetz herausgeben, das die Leute zum Alkoholkonsum verpflichtet. Du fragst Dich nun vielleicht, ob damit nicht die sozial Schwachen benachteiligt würden? Nein, auf gar keinen Fall, denn wie gesagt, es gibt ja keinen behördlichen Zwang zum Alkoholkonsum. Also kann jeder Trinken, was er sich leisten kann. Und was ist mit Alkoholikern und Berbern? Alkoholismus ist ja eine medizinisch anerkannte Krankheit und Berber würden schlichtweg verhungern, wenn sie ihren Kalorienbedarf nicht durch Alkohol abdecken könnten. Wie soll man das diesen Leuten gegenüber rechtfertigen? Gemach, gemach, auch dafür gibt es eine praktikable Lösung: als steuerlich anerkannter Alkoholiker könnte man sich einen individuellen Steuerfreibetrag in die Lohnsteuerkarte eintragen oder die Alkoholsteuer am Jahresende über die Einkommensteuererklärung zurückerstatten lassen. Voraussetzung dafür sind selbstredend alle Belege (Rechnungen, Deckel usw.) des Vorjahres. Und selbstredend kann man steuerlich anerkannter Alkoholiker nur dann werden, wenn Führerschein, Staplerschein, Pilotenschein, Waffenschein, Segelschein usw. abgegeben werden. Das ergäbe nebenbei auch noch einen enorm wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit. Sozial Schwache, wie z.B. Berber könnten einen Alkoholikerausweis in Form einer nicht übertragbaren Chipkarte (mit Foto und PIN) beantragen und erhalten alkoholsteuerfrei Alkoholika in allen Geschäften,
Hotelbars, und In-Kneipen, in denen mit EC- oder Kreditkarte gezahlt werden kann. Abgerechnet wird einfach über die Karte, die Differenz (also der eigentliche Warenwert) muß natürlich bezahlt werden. Die Alkoholsteuer würde wie die Mehrwertsteuer monatlich abgerechnet, der Mehraufwand für den Einzelhandel ist also marginal.
Und darüber hinaus dürfte es der Union äußerst schwerfallen, Argumente zu finden, um diesen Gesetzentwurf abzulehnen, ohne sich selber bloßzustellen!!! Wie wollen die DAS im Bundesrat verhindern??? Na, ist das was? Wie meinen? Mit Alkohol wird der Normalbürger ruhiggestellt, er könnte sonst anfangen zu denken? Er würde möglicherweise anfangen Zeitungen ohne Riesenschlagzeilen zu lesen oder Leserbriefe zu schreiben? Er würde sich für Kunst, Kultur und schrecklicherweise Politik zu interessieren beginnen? Stimmt, das geht nun wirklich nicht! 
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| ...und wenn wir schon mal beim Thema sind, da ist doch noch was... |
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lar, Raucherinnen und Raucher spülen jede Menge Knete in die Finanzkassen,
aaaaber: nichtsdestotrotz ist es ein unleugbare Tatsache, daß Raucherinnen und Raucher in etwa das 8,2 fache an Kosten für das Gesundheitssystem verursachen, als sie an Steuergeldern einbringen. Es wäre demnach eine mehr als naheliegende betriebswirtschaftliche Rechnung, Raucher (und Junkies und Alkoholiker und Hobbysportler und Tropenreisende etc.) einfach aus der staatlichen Gesundheitsvorsorge auszuschließen, denn letzthin verursachen genau diese Personen die momentanen Probleme, mit welchen unser Gesundheitssystem derzeit zu kämpfen hat. Aber da regten sich nur wieder die Tierschützer auf »Die aaaaaaaaaaaaaaaaaaarmen Raucher, das kann man doch nicht machen...« und bewegten mit Sexentzug
ihre in der Politik tätigen Ehepartner dahingehend, ein etwaiges Gesetz weder vorzuschlagen noch dafür zu stimmen. Dennoch wäre es allein schon aus rein ästhetischen Gründen
zutiefst löblich, das Rauchen zu ächten und als das zu brandmarken, was es ist: kindisch, unreif, uncool, lächerlich, sinnlos, unkommunikativ und total langweilig. Schließlich ist es allgemein bekannt, daß zum Erwachsensein unbedingt dazugehört, daß man mit dem Rauchen bereits vor Jahren aufgehört hat. Nur kleine Kinder können das nicht vorweisen. Rauchen schädigt ja nicht nur die Gesundheit (häßliche Haut, Verlust des Geruchs- und Geschmackssinnes [was jeder Raucher immer erst dann zugeben wird, wenn er ein paar Monate aufgehört hat], Verlust von Kondition, Durchblutungsstörungen [vor allem in den Extremitäten und Geschlechtsteilen], Mund- und Körpergeruch, Krebs, Konzentrationsschwäche etc. pp.), sondern es sieht auch noch total beknackt aus, wie man auf dem Foto sehr schön sehen kann. Und zudem kostet es einen Haufen Geld, welches man dann in sinnvollere Genußmittel investieren könnte.
Brüssel versucht zwar durch Warnhinweise auf die gesundheitlichen Probleme hinzuweisen, aber das kratzt die Kinder ja nicht, denn es hat sich im Bewußtsein festgesetzt, daß man sich über die Zigarettenmarke definieren muß. M.-Raucher sind ganz besonders proletig und
dürfen immer Dreier fahren, G.B.-Raucher sind heidewitzka-gewitzt und besonders superhöchstintelligent, W.-Raucher sind voll langweilig, L.S.-Raucher extraübergigasupercool und wer dann noch irgendwelche Marken von früher ausgräbt, der ist der Allerallergrößte. Selbstredend kann kein Raucher im Blindtest diese Marken unterscheiden, da heutzutage alle -im Gegensatz zu früher-
ununterscheidbar identisch schmecken, aber was soll's, was auf der Packung steht, ist für die primitiven Kids wichtiger als der Inhalt. Und genau da sehe ich den Ansatzpunkt: RAUCHER-AUFKLÄRUNG MUSS GANZ EINFACH EMOTIONALISIEREN !!! Von wegen: rationale Argumente, belegbare Tatsachen, Vernunft? Pah! Pustekuchen! Totaler Quatsch! Das geht doch voll am Arsch vorbei! Diejenigen Methoden, die Kinder dazu bringen, eine bestimmte Hose zu kaufen oder Geld für Klingeltöne auszugeben, die müssen Raucheraufklärung betreiben. Mit der gleichen Irrationalität und
Dummdreistigkeit - auf purer Emotionsebene. Salz in die Wunden streuen! So muß das sein!
Oben ein simples, preiswertes und sofort durchsetzbares Beispiel anhand nur unwesentlich veränderter Zigarettenpackungsaufdrucktexte. Na,
Herr Gesundheitsminister Dingens, was halten Sie davon?! Und
dann käme es noch dicker im Fernseh' in den mobilsprechfunkgerätklingeltonwerbungsfinanzierten Sendern und natürlich im Kintopp. Ein kleines Filmchen: Links ein Paar beim GV daneben rechts ein Paar dito, durch eine Wand getrennt. Schnitt, Einblendung: 5 Minuten später. Linkes Paar raucht je
eine, ist total erschöpft und sie macht ein unendlich unbefriedigtes, beleidigtes Gesicht und sagt, Du mußt jetzt doch mal was tun, so kann das nicht weitergehen. Rechtes Paar nascht gemeinsam an ein paar Weintrauben o.ä. und fängt wieder an, GV zu betreiben. Slogan z.B. Nichtraucher können öfter - länger - besser. Oder: Jugendliche in Einbrecherklamotten bei Taschenlampenlicht in Villa, einer zündet Zigarette an. Schnitt. Nachbar sieht das und ruft Polizei. Kurz darauf stürmen Polizisten die Bude, Raucher wird geschnappt, der andere kann locker mit der Beute entkommen. Slogan: Nichtraucher können schneller - besser - weiter. Alles klar? 
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| Acrylamid - Geißel oder Chance? Ein Nachruf. |
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 ut gemacht, Wissenschaftler! Ihr habt also 2002 in allen Lebensmitteln, die Stärke enthalten und erhitzt werden, Acrylamid entdeckt. Und noch dazu in Konzentrationen, die um das Zigfache über den bisherigen Grenzwerten für Verpackungsmaterialien liegen. Supi! Acrylamid ist krebserregend und die Konzentrationen in -nennen wir ein Beispiel- Lebkuchen der Marke, die aus juristischen Gründen nicht genannt werden darf, liegt um ein Vielfaches über der Dosis, die als krebsauslösend erkannt wurde. Interessant ist das schon: die Menschheit bäckt und frittiert seit einigen Zehntausend Jahren und jetzt, wo sie sich sowieso bald selbst ausrottet, stellt ihr fest, daß alles, was sie jemals gegessen hat, krebserregend ist. Wie ist das dann z.B. mit Fladenbrot auf heißem Stein? Wissen es die Amis überhaupt schon, oder können die ein so komplexes Wort wie Acrylamid mal wieder nicht aussprechen und deswegen gibt's das dort nicht? Wie sieht's denn mit Brezen / Brezeln / Laugengebäck aus? Und Krabbenchips? Und gebratenen Nudeln? Tortillas? Frühlingsrollen?
Fragen über Fragen, aber der wirklich interessante Fragenkomplex ist zu dem Thema dieser: Weshalb hat es die Menschheit überhaupt geschafft, sich auf über 6 Milliarden Stück aufzublähen? Ich meine, es müßten doch viel, viel mehr Leute an Krebs wegsterben, wenn in allen Speisekulturen der Welt Stärkeprodukte erhitzt werden. Wieso lebt denn überhaupt noch ein einziger Belgier (Pommes Frites), Engländer (Fish & Chips) oder Nürnberger (Lebkuchen)? Haben die paar, die überlebt haben, zu wenig davon gegessen, oder was?
Ist Acrylamid nicht vielmehr die allerletzte Chance der Menschheit, ihre Anzahl wieder auf ein erträgliches Niveau zu reduzieren? Na? Dann müßt ihr eigentlich nur mal eben in den sauren Apfel beißen und eure hochwissenschaftlichen Erkenntnisse widerrufen. Sagt doch einfach, ihr habt das mit Cyanacrylat oder Polyamid verwechselt, Acrylamid wäre gar nicht krebserregend, im Gegenteil, es würde sogar die körpereigenen Abwehrkräfte bei Akne reduzieren. Also immer schön Fritten, Kartoffelchips und Babynahrung essen, das gibt gesunde Haut! Aber zum Glück ist das alles ja gar nicht notwendig, denn mittlerweile gibt's ja auf der ganzen Welt kein Acrylamid mehr. Schwein gehabt!
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Wer war nochmal dieser Acrylamid? Ein weiteres Medien-One-Hit-Wonder hieß SARS. |
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 ugegebenermaßen, das akute Atemwegssyndrom SARS ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die durchaus mit anderen schweren Krankheiten, wie, sagen wir mal, der Influenza mithalten kann. Die Sterblichkeitsrate der durch den von den unzweifelhaft unseriösen Medien als Killervirus bezeichneten Krankheit liegt nämlich geradewegs bei unglaublichen, phantastischen, nie dagewesenen nicht 1 nicht 2, nicht 3 sondern bei sage und schreibe 4 Prozent (laut Tropeninstitut)!!! Das heißt, beinahe jeder Vierundzwanzigste Erkrankte stirbt daran, ohne Berücksichtigung, in welcher körperlichen Verfassung der Patient vor der SARS-Infektion war. BOOOOOAAAAHEEEY! Endlich wieder mal eine echte tödliche Seuche, die den ganzen Planeten ausrotten wird. Schlimmer als Pest, Typhus und Syphilis zusammen. Das ist schon mal einen halben Quadratmeter Schlagzeile auf Zeitungspapier wert.
Andere geheimnisvolle Krankheiten, wie zum Beispiel die fast ausgestorbene Malaria tropica, die ja nur noch aus den Geschichtsbüchern bekannt ist, haben nämlich viel niedrigere Sterblichkeitsraten. Da stirbt statistisch gesehen bloß schlappermaßen jeder Fünfte Erkrankte (unbehandelt sogar nur jeder Dritte). Das ist doch viel, viel weniger als jeder Fünfundzwanzigste! Wie das alleine schon klingt: FÜNFUNDZWANZIG. Brrrrrrr, da fährt es dem Leser der Boulevardpresse kalt den Rücken hinunter. Weil aber bei der Malaria tropica nur jeder Fünfte ins Gras beißt, ist sie deswegen längst nicht so spektakulär. Außerdem sterben gerade mal eine schlappe Million Menschen jährlich daran. Also viel, viel, viel weniger als bei SARS. Und man kann in Flughafennähe in Mitteleuropa an der sogenannte Flughafen-Malaria erkranken, weil freundliche Touristen ein Herz für Tiere haben und als Souvenir ein paar Anopheles-Mücken aus z.B. Afrika mitgenommen haben. Trotzdem ist SARS viel, viel gefährlicher weil es so einen tollen Namen hat, der aus 4
Zeichen besteht, wie z.B. AIDS
oder H1N1. Das klingt nämlich voll dangerous.
Deshalb sollte man stets ordentliche Schutzkleidung tragen, wenn man aus dem Haus geht. Das sieht gut aus, macht Spaß und schützt noch dazu vor allen möglichen Gefahren, die das Leben so mit sich bringt. Auch für Safer Sex geeignet. Und wer jetzt richtig Panik schiebt, weil er sich so einen Schutzanzug nicht leisten kann, der sei getröstet: Es gibt schon lange kein SARS mehr. Genauso wie's kein Waldsterben oder Acrylamid mehr gibt.
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| Was Frauen da unten tragen...eine
historische Betrachtung |
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 s ist noch gar nicht so lange her, wohl Ende September 2002, da frönte ich einer alten Perversion und hielt mich einige Tage in der Lombardei auf, um der beginnenden Kälte zu entfliehen und lecker Essen einzupfeifen. In dieser Region angekommen fiel mir alsbald bei Betrachtung der weiblichen Eingeborenen auf, daß die bis dato im Teutonenland uneingeschränkt öffentlich-rechtlich und privat propagierte und unter Androhung von Ausschluß aus der Gesellschaft -wenn nicht gar Schlimmerem- aufgezwungene Modeerscheinung des Bikerstiefeldamenschuhs auf wundersame Weise hier keine Gültigkeit mehr zu haben schien. Soweit das Auge reichte, wurden das topmodische, abartig geschmacksverirrte Schuhwerk mit der abgeschnittenen Spitze von keiner einzigen der Eingeborenen getragen. Lediglich ein paar altbackene, schrullige Touristinnen wagten sich mit dem Schrei des vorletzten Jahrhunderts noch auf die Straßen.
Doch was trugen nun dort die Damen??? Sie trugen endlich, nach Jahrzehnten der optischen Entbehrung, das auf der berühmten Mantalette basierende Schuhwerk mit der spitzen Spitze! Und noch dazu dünne, zum Teil nach vorn versetzte Absätze. Unglaublich! Ich hatte in meinem Leben schon damit abgeschlossen, jemals wieder einen eleganten Damenschuh zu Gesicht zu bekommen, nachdem Brikettsohle, Nazistiefel und fleischfarbener Bikerschuh mit hinten überstehendem Klotzabsatz die Augen beleidigten. Interessanterweise lag einige Tage später -wieder zuhause angekommen- der Anteil der teutonischen Spitzschuhträgerinnen bei Null, wohingegen derjenige der nichtteutonischen Trägerinnen im Teutonenland bei 3-5% lag. Möglicherweise handelte es sich dabei aber um Touristinnen. Doch schon einen Monat später konnte man aber um die 5% aller eingeborenen Germaninnen damit erblicken, ein bis zwei weitere Monate darauf sogar jede Menge Germanistinnen. Mittlerweile ist der Mantalettenschuh 100.000% obligat, Stumpfschuhträgerinnen werden zwar noch nicht bespuckt und mit Steinen beworfen, aber sie bekommen schon lange keinen Tisch mehr in den schicken Lokalen. Doch die Bikerschuhe hatten einen Vorteil: so häßlich, unelegant und geschmacklos sie auch waren, es schien einigermaßen möglich, unverletzt über schwieriges Gelände marschieren zu können. Ganz anders der Mantalettenschuh: auf unregelmäßigem, typisch oberitalienischem Kopfsteinpflaster verhält sich die Trägerin ähnlich einer Person, die bei Windstärke 7 in einem Paddelboot den Platz wechseln möchte. Die Knöchelbruchgefahr dürfte um den Faktor 10.000 höher liegen, als mit vernünftigen, stabilen Schuhen, wie zum Beispiel soliden Gummistiefeln. Doch der dünne Absatz ist nicht das einzige Handicap dieses Fußschutzes. Denn: die langgezogene Spitze verbirgt ein gerüttelt Maß an Luft, welche einerseits die Zwischenräume der Zehen ventiliert und zur massiven Weiterverbreitung von Pilzsporen beiträgt und andererseits werden die Schuhe dadurch um ein Vielfaches länger, als sie eigentlich sein müßten. Früher quetschte man die Zehen einfach in die entsprechende Form, heute wird der Schuh verlängert. Dies hat an einer Stelle des Bewegungsablaufes ganz gravierende gesundheitliche Folgen. Und wo? Natürlich beim Treppensteigen. Nicht nur, daß Frau stets darauf achten muß, daß ihr nicht unter den Rock geguckt wird, nein, mittlerweile muß sie sich dessen bewußt sein, daß ihr Schuh erklecklich länger als eine Treppenstufe ist. Sie kann nun entweder auf Zehenspitzen hinauftrippeln (und bleibt dann mit den Spitzen an der nächsten Treppenkante hängen), oder sie watschelt à la Charlie Chaplin, was zwar die elegantere und anmutigere Lösung wäre, aber mit Sicherheit zu Haltungsschäden führt Ich prognostiziere daher, daß die erstere Treppenstiegvariante bevorzugt werden wird und dies wiederum wird zu Abertausenden von Stürzen, Knochenbrüchen, Prellungen, Querschnittslähmungen, aufgeschlagenen Fressen, Narben, psychischen Störungen, ausgeschlagenen Zähnen und vielem anderen mehr führen, was unser ohnehin schon im Kapitulieren begriffenen Gesundheitssystem den letzten, den großen Schaden verursachen wird. Davon wird es sich nimmermehr erholen können. Deswegen meine große Bitte an die Schuhhersteller: Spitze Schuhe sind wunderbar, nur müßt ihr die Füße ordentlich quetschen, so wie früher! Bitte, bitte, bitte! P.S.: Bei einem Kontrollbesuch im Juni 2003 konnte ich zu meinem Entzücken feststellen, daß meine Bedenken bezüglich Verletzungs- und Sturzgefahr bei der italienischen Schuhindustrie nicht ungehört verklungen sind. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 50-60% aller vorhandenen Damenschuhe entschärft worden und zeichneten sich durch eine wesentlich kürzere, breitspitzig-verrundete Bauform aus, die sich wohl bis zum Spätherbst 2003 in Italien und viele, viele Jahre später auch nördlich der Alpen durchsetzen wird - sobald dort an jeden Haushalt mindestens 3 Paar Langspitzschuhe verkauft wurden. Ja, ja die Tastatur ist oftmals spitzer als ein Damenschuh.
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