»As I was goin' over the Cork and Kerry mountains I saw Captain Farrell his money he was countin' I first produced my pistol and I then produced my rapier I said: stand and deliver or the devil he may take ya« | Wer kennt es nicht, das schöne irische Sauflied vom bösen Räuber, der den guten Captain Farrell überfällt und das ganze erbeutete Geld versäuft und verhurt? Im ernst? Wirklich nicht? Kein Stück? Kein klein wenig? Nie gehört? Na gut, es gibt also ein irisches Sauflied namens Whiskey in the Jar, das handelt vom bösen Räuber, der den guten Captain Farrell überfällt, ihm das Geld klaut, versäuft, in Mollys Schlafzimmer einschläft und von Captain Farrell am nächsten Morgen geschnappt wird, ihn erschießt (oder zumindest auf ihn ballert) und letztendlich im Gefängnis landet. |
Und dazwischen wird mehrmals der Umstand gepriesen, daß sich noch Whiskey (»ey« weil es sich um irischen »Whiskey« handelt, nicht um schottischen »Whisky« ohne »e«) im Becher befindet. Dieses Lied ist bei Kuttenträgern, Motorradfreunden und vielen anderen Männern, die dem Alkohol nicht abhold sind, recht beliebt. Das wundervolle Sangeswerk brachte außerdem vor rund einem Vierteljahrhundert, als es gerade von irgendeiner Gitarrenrockband zum ungefähr 125ten mal gecovert wurde (ich glaube, damals war es »Lynyrd Skynyrd«, wenn ich mich nicht irre) eine Gruppe Motorradfreunde in Kastellaun auf die Idee einer ganz besonderen Freizeitgestaltung, und zwar den  Die Regeln dieser Kultveranstaltung sind simpel, aber gerecht: Ein Kombattant tritt auf die Bühne und singt (wenn man das so nennen will) die erste Strophe von Whiskey-in-the-Jar. Dazu spielt eine Band die Begleitung. Anschließend trinkt der Kombattant einen Becher (Jar) irischen Whiskey.
Es folgt die zweite Strophe mit Refrain, ein Becher Whiskey, die dritte Strophe, Whiskey, Refrain usw. Das Lied hat vier Strophen, drei normale Refrains und einen etwas ausführlicheren Refrain. Ziel ist es, möglichst viele Strophen zu schaffen, bis man von der Bühne in den Matsch fällt. Was ursprünglich als rein motorradclubinternes Vergnügen begann, mauserte sich schnell zu einem populären
Großevent. Denn neben dem eigentlichen Contest gibt’s inzwischen
Motorradstunts, Open-Air-Konzerte, Nachwuchs-Bandfestivals, Freßbuden und, und, und...und natürlich Whiskey, Whiskey und Whiskey.
Das
2003er Festival fand auf einer 820 ha großen Wiese bei Kassel statt und dauerte volle acht Tage. Es regnete zwar meist in Strömen, aber was ein echter Mann ist, dem macht so was bekanntlich nichts aus. Schließlich sind die Kerle alle nicht aus Zucker. Hardrock-Trilobiten wie Thin Lizzy, Iron Maiden, Whitesnake, AC/DC, die wiedervereinten Deep Purple und jede Menge Bluesrockveteranen aus ganz Europa gaben sich die Klinke in die Hand. Es wurde Harley-Mudracing für jedermann geboten, es gab Truckstunts, Grillbuden, Biker-Equipment, irische traditionelle Handwerkskunst (Becher, Krüge, Gläser, Flaschen...) und natürlich Whiskey, Whiskey und erst recht Whiskey.
Trotz des umfangreichen Rahmenprogramms blieb der Contest nach wie vor zentraler Anziehungspunkt. Schließlich hat man als Contestant nicht alle Tage die Chance, beim Abpumpen von z.B. AC/DC begleitet zu werden...
Das Festival verlief insgesamt friedlich, was sicher auch am gehobenen Durchschnittsalter der rund 30.000 Besucher gelegen haben könnte. Und Sie haben's doch nicht etwa verpaßt??? 
Keine Sorge,
2006 gibt's natürlich wieder einen Annual Whiskey-in-the-Jar-Contest Und zwar diesmal in Nürnberg auf dem Zeppelinfeld vom
17.09.-25.09.2006 Nähere Infos, Karten, Preise usw. unter
http://www.whiskey-in-the-jar.com

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