
Exklusiv im Test bei Planet Herrmann: | | | |

| Was ist grün, über viereinhalb Meter hoch, wiegt eine Tonne und ist lauter als ein startender Düsenjäger? Ganz
einfach:
Es ist entweder ein überdimensionaler, zur Lösung des
Welthungerproblems entwickelter Frosch aus französischen
Genlabors, oder DER KARLOFF. | | | Karloff ist, einfach ausgedrückt, der größte, lauteste, schwerste und leistungsstärkste Gitarrencombo der jemals gebaut wurde. Karloff ist Ergebnis einer Gemeinschaftsproduktion des unter anderem in seine Hochfrequenz-Röhrentechnik erfahrenen Anlagenbauers Flender GmbH, und Karl Offenbergs sauerländischer Edelverstärkerschmiede. | |

| Ein paar technische Daten im Überblick: | | | | • | 3
vollwertige Kanäle (Clean, Crunch, Hot) mit gemeinsamer
Klangregelung |
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| • | 16
eingebaute 4x12" Cabinets mit Celestion-Speakern | | • | Endstufenleistung
ca. 1.600 Watt | | • | Stromzufuhr
400 V/16A Drehstrom | | • | Klangregler
mit Stellmotoren, über IR-Fernbedienung bedienbar | | • | 500
Watt-Lüfter ø 400 mm auf der Rückseite | | • | Maße: B 3985 x H 4695 x T 1995 mm Masse: 1.045 kg | | • | Gehäuse
aus 1,5 mm Stahlblech, RAL 6011 resedagrün pulverbeschichtet |
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| Features: | Vorab: Der Karloff ist nicht nur ein Show-Amp für die Bühne, sondern ist ein vollwertiger Vollröhren-Gitarrencombo, der von Planet Herrmann genauso getestet wird, wie jeder andere kleine Amp auch. | Als ich das Ding mit der Ameise in einer ruhigen Ecke meines Hangars abgestellt hatte und mich davorstellte, war schnell klar, daß das kein Amp für die Fußgängerzone ist. Das Gehäuse läßt sich mit einem Stapler oder Hubwagen gut transportieren, die Verarbeitungsqualität ist »Panzer«. So, nun geht's aber los: Den 16 A CEE-Stecker auf meinen Drehstromanschluß fummeln war kein Thema und dann heißt's erst mal Klettern: Power und Standby einschalten, runter und fluchen, daß man das Gitarrenkabel nicht gleich mit rauf genommen hatte. Also, nochmal rauf, Stecker rein und warten. Nach einer kurzen Aufwärmphase fängt der rückseitige Lüfter leise an zu arbeiten, ansonsten ist der Amp sehr rausch- und nebengeräuscharm. Trotz Drehstrom kein Brummen, Hut ab! | Alle Bedienelemente (außer Power und Standby) lassen sich über eine Infrarot-Fernbedienung regeln, wobei die -in Ermangelung eines besseren Begriffs- Potis genannten Handräder von Stellmotoren mitbewegt werden. Das gilt auch für den 3-Wege-Switch für die Kanalumschaltung. Gut ablesbare Zeigerinstrumente über jedem Poti (bzw. der Schalter) zeigen die aktuellem Einstellungen an. | Der Amp hat drei Kanäle mit einer gemeinsamen Klangregelung: Kanal 1 ist clean bis leicht angecruncht, Kanal 2 ist schmutzig-clean bis verzerrt, Kanal 3 reicht von angezerrt bis HiGain-Overdrive. Die Channels überlappen sich also großzügig. Eine einsame Klangregelung bei einem Dreikanaler erzeugt Skepsis, aber der Praxistest wird beweisen: das Teil klingt einfach gut und reagiert sehr gefühlvoll (und erst recht druckvoll) auf Tone und Volume der Gitarre. Die Klangregelung ist eigentlich nur zum Abgleich der Raumakustik vorgesehen und verrichtet diese Aufgabe effektiv. |
| Aber der Karloff hat noch jede Menge mehr Features, die man von vorne nicht sehen kann (und wohl auch nicht soll). Schließlich ist er -wie gesagt- ein vollwertiger Amp. |

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Das effektiv-übersichtliche Armaturenbrett des Karloff |
Die Rückseite wird vom 500-Watt-Lüfter dominiert. Darunter befindet sich eine Klappe, hinter der ein ausziehbares 19"- Rackgestell mit 36 HE eingeschraubt ist. Das Rack wird mit belüftet, das heißt, man kann die Schublade ruhig schließen. Das Rack hat Vollauszug, damit man auch gut von hinten an die Geräte kommt. Ebenso gibt's jede Menge Einschleifwege, parallel, seriell, Post-Gain, Pre-Gain, Pre-EQ und natürlich für jeden Kanal extra. Wer also partout eine Klangregelung pro Kanal braucht, kann hier einfach drei EQ's einschleifen. |
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| Praxis: | Das Ding ist L-A-U-T!!! Mannomann! Leckomio! Laut ist gar kein Ausdruck. Dieses Wort beschreibt nicht einmal annähernd das, was man mit dem Karloff anstellen kann. Die Schmerzgrenze ist selbst in 30 Meter Entfernung überhaupt kein Thema, wenn man den Amp voll aufreißt. Die gigantischen 1.600 Watt Leistung bedeuten aber auch jede Menge Dynamik, was besonders bei cleanen Sounds eine Nuancenvielfalt hervorruft, die seinesgleichen sucht. | Und wie klingt er denn nun, der Karloff? Grob gesagt, wie Fender Twin, Vox und HiGain-Marshall in einem. Es lohnt sich auf jeden Fall, viel mit dem Volume- und Tonepoti der Gitarre zu arbeiten, es werden -u.a. durch die beispiellose Dynamik- jede Menge Sounds hörbar, die man bisher selbst von seiner abgegriffensten Lieblingsklampfe noch nicht gehört hat. Phantastisch! | Spannend wäre sicher gewesen, wenn der Karloff eine Hallspirale spendiert bekommen hätte, denn: Wie hätte die wohl ausgesehen? Aber, Scherz beiseite, den Amp wird man ohnehin nur dort spielen, wo der Hall von der Raumakustik bestimmt wird. Und außerdem: Wer sich den Karloff bei schlappen 18 Mille (Euro) überhaupt leisten kann, der wird sich auch noch ein paar Effects dazukaufen. |
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| Fazit: | Der Karloff sieht nicht nur verschärft aus und ist sicherlich der lauteste Amp der Welt, sondern er gehört auch zu den bestklingenden Amps, die ich kenne. Anders ausgedrückt: Gitarre pur, heißt die Devise. Das offenbart aber auch schonungslos jede spielerische Schlampigkeit und Nebengeräusche, wie z.B. unsauber aufgezogene Saiten. Und das alles in einer Lautstärke, mit der man Häuser einreißen kann. Der Karloff ist sicher kein Verstärker für Otto Normalmusiker, denn neben einem dicken Bankkonto braucht man jede Menge Platz, tolerante Nachbarn und ein geeignetes Transportfahrzeug. Aber nichtsdestotrotz: Er ist und bleibt einfach der wirklich endgültige Gitarrenverstärker. Unverb. Preisempfehlung: EUR 17.950,--. |
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