ie katholische Kirche leidet in Europa bekanntermaßen seit Jahrzehnten unter chronischem Mitgliederschwund.
Es ist kein Geheimnis, daß meist nur mehr ein paar alte Weiblein Sonntags in der Messe hocken, während sich die Jugend noch faul in ihren Federn wälzt und vom Samstagabendsuff erholt.
Doch auch eine wiefe Kommunikations- Company hat die Zeichen der Zeit erkannt und setzt den Hebel sogar mit den finanziell scheinbar aussichtslosen Themen Religion und Kirche  da an, wo der Widerstand am lockersten sitzt.

Junge Leute sind nämlich von ihrem Hendi so begeistert, daß sie, um die teuren Gebühren von ihrem Taschengeld bezahlen zu können, auch mal das eine oder andere Bier (bzw. die sog. »Bombe« = 2 Liter Bauerntrunk von Aldilidlnormaplus) für ein paar beschämend eklige Klingeltöne sausen lassen.

Der blutjunge Senkrechtstarter und  Kommunikations-Spezialist »Real Cyber Com« aus dem hendibegeisterten Großbritannien nutzt mit seinem  SMS-Gottesdienst, dieses altbekannte Phänomen. Im Test hier übrigens die übersetzte und katholisch überarbeitete Variante.

Geplant ist mit Einführung von UMTS natürlich auch eine wesentlich anspruchsvollere Aufmachung, jedoch zeigt das bisher Gebotene schon gut die Richtung, in die das gehen kann. 

 

Nicht mal Flash Player 4 installiert? Wer auf das »D« (erster Buchstabe des nebenstehenden Textes) klickt, kann ihn sich kostenlos runterladen. Keine Bange, er ist winzig klein.

Ein paar simple Animationen hier und da lockern die Atmosphäre auf und lassen das Antwort-SMSen zum reinen Vergnügen werden. Sinnvoll ist hier auf jeden Fall ein Hendi mit Textvervollständigungssoftware.

Der SMS-Gottesdienst läuft fast so ab, wie man es aus der Kirche kennt:

Man wählt zu einem beliebigen Zeitpunkt die Nummer 0176 8520456 (tippen Sie es mal und achten Sie auf die Tastenanordnung) an und Zack! schon kommt die erste SMS. Es folgt der chronologisch genaue Ablauf eines Gottesdienstes, wobei die jeweiligen Antworten der Gemeinde relativ genau eingehalten werden müssen, da der virtuelle Pfarrer sonst nicht fortfährt. Tippfehler werden toleriert, falsche Antworten der »Gemeinde« jedoch nicht.

Die eigentliche Predigt wechselt dreimal wöchentlich (!) und hat oft einen halbwegs aktuellen Bezug. Der Sprachstil ist bewußt salopp gehalten und auch das eine oder andere Emoticon bzw. die eine oder andere Animation darf nicht fehlen. Die obligatorische Oblate gibt's natürlich nur auf dem Display zu sehen, aber ansonsten ist das eine tolle Sache für alle, die zu wenig Zeit oder Gelegenheit haben, an echten Gottesdiensten teilzunehmen. Vielleicht ist es dem einen oder anderen ja auch peinlich, in der Kirche gesehen zu werden, wer weiß?

Der SMS-Dienst finaniert sich übrigens durch minimal höhere Gebühren für die Antwort-SMS, die je nach Vertragsart zwischen ca. 0,62 und 0,75 Euro pro Übertragung kostet. Das ist durchaus im Rahmen des Üblichen.

Fazit vom Betsachverständigen bei Planet Herrmann:

Hut ab (sic!) gut gemacht. Ein paar Ungereimtheiten (die Punktzahl und Betdauer wird noch in englischer Sprache angegeben) weisen noch auf den anglikanischen Ursprung der Software hin, aber solche Kinderkrankheiten werden sicher bald behoben sein.
Eine wirklich tolle Alternative zu den oft recht kalten, unbequemen Kirchen, die nicht selten an den unmöglichsten Stellen herumstehen, wo es z.B. keine Parkplätze gibt.
 

 

...und nach dem Beten erbauliche Worte:

BITCHKITSCH - Das subversive Frauenmagazin für alle Frauen und solche, die es werden möchten


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Anmerkung an die selbsternannten und berufenen Vertreter der Religion der Nächstenliebe aus juristischen Gründen: 
Bei vorstehendem Text und Bildern handelt es sich, sollten sie das nicht ohnehin schon bemerkt haben, um eine
Satire, welche nicht etwa die katholische Kirche, sondern die Technologieversessenheit unserer modernen Zeit anprangert, die sogar vor der heiligen Messe nicht zurückschrecken würde.

Planet Herrmann distanziert sich AUSDRÜCKLICH von dem Gedanken, einen Gottesdienst per SMS abzuhalten, sondern verabscheut diese Idee aufs profundeste.