Der Planet Herrmann-Experte spricht mit Ihnen...

 
  
Der Experte:
Dr. Alfred Beinberg, Doktor der Philatelie, M.A. in Cunnilinguistik; Lehrstuhl für angewandte Sozialharmonik an der TU Itzehoe. Bedeutendste Werke: 
Was soll der Scheiß?, Leipzig 1993, Hast Du keinen Friseur, dem Du das erzählen kannst?, Leipzig 1994 und Stell' Dich nicht so an, du Memme!, Berlin 1997.
  
 
Alexander K., St. Ingbert fragt:
Hallo Herr Doktor, meine Gemeindeverwaltung möchte es nicht dulden, dass sich in meinem Privathaus ein Swingerclub einnistet. Man hat mir zu verstehen gegeben, daß eine Ausnahmegenehmigung als Vergnügungsstätte nicht gewährt werden kann, ich solle mir eine Gewerbebeschreibung einfallen lassen, die sich mit der Bezeichnung »Gewerbe aller Art« verträgt. So habe ich mir gedacht, ich melde einen Privatclub an, mit der Beschreibung, Treffen von toleranten Menschen zum Zwecke des Gedanken- und Erfahrungsaustausches. Wir erwarten einen Clubbeitrag von dem Besucher bzw. eine Tages/Nacht Mitgliedschaft und stellen dafür Getränke und kleine Speisen kostenlos zur Verfügung. Was könnte diesem Vorhaben entgegenstehen?
Dr. Alfred: 
Lieber Alexander, na, das ist ja wirklich mehr als Verwerflich von Seiten Deiner Gemeindeverwaltung. Ich teile zumindest nicht deren Auffassung, bei einem Swingerclub handele es sich um eine Vergnügungsstätte. Vielmehr ist das meines Erachtens harte Arbeit, welche in letzter Konsequenz zu Charakterstärkung und -bildung beiträgt!
Ich würde den Club daher als »Zentrum für Selbsterfahrung« deklarieren, in welchem durch Meditationspraktiken, Atem- und Gymnastikübung Körper und Geist in Einklang gebracht werden, um dem Streß unserer hektischen Zeit entgegenzuwirken. Dies wird durch ayurvedische Kost (wie z.B. oben rechts abgebildet) unterstützt und führt zu einer ausgewogeneren Darmflora und damit zu einem verbesserten Immunsystem, was wiederum einen stark gesundheitsförderlichen Aspekt darstellt.
Eventuell ist dadurch nämlich die Anmeldung als gemeinnütziger Verein möglich, so daß die Mitgliedsbeiträge der Vereinsmitglieder sogar von der Steuer abgesetzt werden können.
Na, ist das eine Idee?
 
 
Gregor V., Bad Oldesloe fragt:
Lieber Dr. Alfred, neulich ist mir ein Tier, wie das auf dem beiliegenden Foto abgebildete, beinahe vor den Kühler gelaufen. Zum Glück schien das Tier eine sehr kurze Reaktionszeit zu besitzen, denn glücklicherweise konnte ein Aufprall in letztem Moment vermieden werden. 
Als ich dann in dieser dubiosen tierreichen Gegend ein wenig umhergelaufen bin, habe ich noch mehr von diesen Tieren ausmachen können und eines davon sogar fotografiert. Mir ist zwar egal, wie das Vieh heißt, aber mich würde dann doch schwer interessieren, ob man es essen kann, wie es schmeckt und in welchem Restaurant man das mal probieren kann. 
Dr. Alfred: 
Lieber Gregor, nichts leichter als das. Das Tier ist übrigens eine Gemse (Rupicapra rupicapra), die auf Italienisch Camoscio (frz. Chamois) heißt. 
Warum ich den italienischen bzw. französischen Namen erwähne? Sehr einfach, denn die anerkannt besten Gemsenkoteletts der Welt gib's im
L'Arquebusier (Ristorante - Bar - Enoteca), Via E. Rey, I-11023 Chambave (Aosta).
Und wie kommt man dahin? Sehr einfach: von Aosta aus die Staatsstraße nach Osten, Richtung Turin, in Chambave links den Schildern zum Restaurant/Weinhandel La Crotta folgen, auf dessen Parkplatz parken und einfach links herum am La Crotta vorbeigehen. Dann stößt man auf eine kleine Gasse und in dieser findet man nach ca. 30 m das L'Arquebusier. Es empfiehlt sich zu reservieren: Tel. +39 0166 46600. 
Gemse schmeckt kein bißchen nach Schaf oder Ziege (auch wenn der Lateiner natürlich sofort bemerkt, daß es eine Ziegenverwandte ist), sondern ist extrem zart und schmeckt wie ein Filetsteak mit einem Hauch von Lebergeschmack. 
Für je zwei Personen gibt's 8 satte Gemsenkoteletts für schlappe EUR 30,--, natürlich ohne Beilagen und ohne Coperto. Übrigens kann man sich dort auch Rindersteaks von verschiedenen Rassen aussuchen. Die Rinder sind freundlicherweise allesamt in der Speisekarte abgebildet und ausführlich beschrieben. 
 
 
Hans-Gorg T., Preußisch-Oldendorf fragt:
Sehr geehrter Dr. Alfred, ich möchte meine Beziehung nach 4 Monaten endlich beenden, aber ich schaffe es einfach nicht, den richtigen Moment abzupassen. Ich habe Angst, sie tut mir etwas an. Außerdem weiß ich nicht, ob ich meiner zukünftigen Ex-Freundin sagen kann, daß ihre beste Freundin einfach besser zu mir paßt, weil ich nun mal auf dicke Möpse stehe. Haben Sie eine Idee, wie ich das bewerkstelligen könnte, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen?

Dr. Alfred: 
Lieber Hans-Georg, Du glaubst gar nicht, wie oft ich das gefragt werde. Es ist genau das erste mal. Deswegen will ich mir auch ein wenig Zeit dafür nehmen.
Es ist zwar mittlerweile üblich, eine Beziehung mittels SMS zu kündigen, doch dies halte ich für ein mehr als verwerflich-lattemacchiatoimcabriotrinkendes Verhalten. Du mußt ihr auf jeden Fall das Gefühl geben, daß Du Dich gegen Deinen Willen von ihr trennst und daß die Tatsache, daß ihre beste Ex-Freundin in spe darin involviert ist, keine Rolle spielt. Ein persönliches oder telefonisches Gespräch erscheint für Solcherartigkeiten jedoch eher ungeeignet, da man sich dabei leicht verplappern könnte. Ebenso ist ein Brief oder eine E-Mail nicht besonders klug, da es als Beweisstück gegen Dich verwendet werden könnte. 
Die mit Abstand geschmackvollste, eleganteste und daher sinnvollste Methode ist eine
Botschaft auf ihrem Anrufbeantworter, welche von einem neutralen Unterhändler
aufgesprochen wird. Möglicherweise wird sie die Botschaft eine Weile aufbewahren, aber irgendwann wird ihr irgendeine Freundin die Erlebnisse des Tages auf den Anrufbeantworter aufsprechen und somit Deine Botschaft ins elektronische Nirwana überstellen.
Wie das geht? Sobald Du sicher bist, daß sie nicht zuhause ist, schicke einfach eine SMS mit der wichtigen Mitteilung an ihre Festnetznummer. Das hat Verve! 

Hör' Dir doch einfach dieses ausgezeichnete Fallbeispiel an: 

Klingt doch vielversprechend, oder?

 
  
Tobias F., Bocholt fragt:
Lieber Dr. Alfred, ich bin sicher nicht der einzige, dem das passiert ist: Discomaus kennengelernt, abgeschleppt, Kondom geplatzt, 18 Jahre Alimente. Volltreffer beim ersten mal. Warum passiert sowas eigentlich bei Discotheken-Rissen viel, viel öfter als im normalen Leben?
Dr. Alfred: 
Tja, mein Junge, das ist nicht nur Pech, sondern bodenlose Dummheit oder besser Unwissenheit. Und damit bist Du nicht allein, auch die meisten Frauen wissen das nicht. Vergiß' den ganzen Quatsch von Treue, Liebe, Romantik und sonstigem Gesülze, in Wahrheit ist 90% dessen, was sich zwischen Männern und Frauen abspielt, reine Biologie.
Untersuchungen haben herausgefunden, daß Frauen umso mehr Quadratzentimeter an Haut zeigen, je wahrscheinlicher eine Schwangerschaft ist (72 Stunden vor bis 12 Stunden nach dem Eisprung). Den Frauen ist das normalerweise aber nicht bewußt.
Das Schema gilt aber interessanterweise nur für Frauen, die einen festen Partner, i.e. einen Ernährer haben. Rein biologisch betrachtet bedeutet das, daß der Ernährer normalerweise nicht gleichzeitig der beste Dechkhengst ist. Für's beste Erbgut (Muckis, Immunsystem) muß dann einfach der mit dem geilsten Brunftgeruch (Pheromone!) herhalten. Das gilt aber NUR für Frauen, die keine Pille nehmen, sonst funktioniert die Pheromonwahrnehmung falsch.
Für Dich heißt das im Klartext: Noch niemals ist eine Discomaus von einem Mann aufgerissen worden, das passiert in Wirklichkeit grundsätzlich immer umgekehrt. Frauen haben (meist unbewußt) genau dann am meisten Lust, wenn sie schwanger werden können. Oder anders:
Die Frauen, die keine Pille nehmen und mit DIR ins Bett gehen, machen das nur genau zu dem Zeitpunkt, wenn sie fruchtbar sind. Klar gibt's Ausnahmen, die mit Kerlen jederzeit in die Kiste steigen, aber die verhüten normalerweise auch. Und dann gibt's auch noch 'ne Handvoll, die es tatsächlich bewußt darauf anlegen, schwanger zu werden.
Soviel zu Ursache. Jetzt geht's um Prävention:
Abgesehen vom Schutz vor Geschlechtskrankheiten ist ein Kondom bekanntermaßen ein halbwegs vernünftiges Verhütungsmittel. Aber ein sehr labiles. Also: Immer zwei bis drei übereinander tragen, die extradicken für Analverkehr nehmen oder aus einem Fahrradschlauch selber etwas basteln. Problem: möglicherweise spürst Du zu wenig und die ganze Sache dauert ewig lange. Das geht dann ganz schön auf die Lunge!
Die einzig wirklich sinnvolle Alternative ist daher nur die Vasektomie. Das ist problemlos, dauerhaft, unsichtbar, unmerklich und unkompliziert. Adressen von Ärzten gibt's bei Pro Familia, die Operation ist ein totaler Witz und hinterher ändert sich gar nichts, außer daß ein ganz klein bißchen weniger Soße herauskommt. Ansonsten: 100% Vorteile (Spaß ohne Angst!) für fast Null Aufwand. Und das tollste: es ist endgültig. Rückgängig machen ist nicht, auch wenn da jemand noch so drängeln sollte. Übrigens verstecken sich nur Pfeifen mit 30 oder 40 Jahren immer noch hinter dem "Argument": »Und wenn ich dann vielleicht doch später mal...man müßte mal, da könnte doch...«. Wenn ein Mann mit Anfang 30 noch nicht weiß, ob er Kinder will, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.
  
 
Knud G., Wernigerode fragt:
Hi Doc A., kriegst Du nicht eigentlich ständig bescheuerte Briefe von Frauen, die Dir die Pest an den Hals wünschen, weil Du Dich für Vasektomie einsetzt? Darf man das öffentlich präferieren?
Dr. Alfred: 
Na logisch. Waschkörbeweise. Immer den gleichen Senf, entweder: a) »Meine beste Freundin hat einen 38-jährigen Mann geheiratet, der hat schon drei Kinder und ist sterilisiert. Jetzt will sie noch zwei, drei eigene Kinder, aber der Mann will das nicht rückgängig machen lassen. Meine Freundin leidet total und da sind sie so ein mieses Schwein und empfehlen Vasektomie!«, also 100%iger Egoismus oder b) »Können Sie nicht mal an die Kinder denken? Mit ihren Euthanasieempfehlungen sind Sie  schlimmer als Hitler!!!«, also simples Geistesversagen, denn schließlich denke ich immer nur an alle ungeliebten, alleinerzogenen, verhaltensgestörten Unfallkinder oder c) »Wir haben eh' schon zuwenig Kinder in der BRD, wer soll denn meine Rente zahlen? Das Leben ist ein Geschenk Gottes, daß man nicht eigenmächtig...usw.«, also politischer Nationalfanatismus und religiöse Auswendigphrasendrescherei unter dreistester Mißachtung der globalen Bevölkerungssituation. Mein Altpapiercontainer ist voll davon!
 
 
Charly S., Köln fragt:
Sehr geehrter Doktor Beinberg, ich habe kürzlich das Objekt auf dem Foto günstig ersteigert. Ich möchte da gerne eine Gaststätte aufmachen, vielleicht sogar mit dem Namen Planet Herrmann, wenn die Redaktion das zuläßt (Anm. d. Red.: Läßt sie!). Es wird dort keine Getränke mit Milch oder Zucker drin geben und es werden nur Herren hineingelassen. Ansonsten Kneipe, Restaurant, Billard, Bibliothek, evtl. Kino usw. Was muß ich beachten?
Dr. Alfred: 
Uiuiuiui, lieber Charly, das ist ein brandheißes Eisen. Paß' auf, daß Du Dir nicht die Finger verbrennst. Die Exekutive kneift zwar Augen, Ohren und Arsch zu, wenn irgendwo »Parkplätze nur für Frauen«, »Frauenladen«, »Nur für Sie-Café«, »Frauensauna«, »Frauen-Fitness-Studio« und dergleichen steht, aber wenn man eine Gaststätte nur für Herren aufmachte, wäre diese einen Tag später wegen Verstoßes gegen das Grundgesetz geschlossen. Es hätte wahrscheinlich die gleichen Folgen, als ob Du ein Schild mit der Aufschrift »Nur für Weiße« anbrächtest. Lebensgefährlich! Frauen würden erklagen, hineingehen zu dürfen, es aber niemals tun. Trotzdem wärst Du gezwungen, entweder auf den elektrischen Stuhl zu steigen, oder Cappucino auf die Getränkekarte zu setzen.
Aber es gibt dennoch eine Lösung: Du machst daraus einen Privatclub/-verein, nur für Mitglieder mit Mitgliedsausweis, einem Türsteher und einer Clubsatzung in der auf gar keinen Fall stehen darf, daß nur Herren aufgenommen werden. In der Satzung muß aber stehen, daß a) ausschließlich ein Gremium, bestehend aus... entscheidet, wer in den Club aufgenommen wird, daß b) die Entscheidung des Gremiums keiner Begründung bedarf und -vor allem- daß c) keinerlei Rechtsanspruch auf Mitgliedschaft besteht. Das Gremium darf niemals, selbst unter Folter gestehen, nach welchen Kriterien die Vereinsmitglieder aufgenommen werden. So einfach ist das!
 
 
Gregor P., Hannover fragt:
Hallo Dr. Beinberg, in letzter Zeit bin ich irgendwie klamm mit Kohle. Hast Du 'n paar Tips, wie man Steuern spart, oder sich ein paar Kröten hinzuverdienen kann, ohne sich gleich den Buckel zu verrenken?
Dr. Alfred: 
Na logo! Sofort aus der Kirche austreten, das spart enorm! Bei einem Durchschnittsverdiener sind das runde 100 Euro im Monat! Also: Taufschein packen und ab damit auf's Standesamt. In kleinen Gemeinden kann man gleich seine Lohnsteuerkarte mitnehmen und sofort abändern lassen. So ein Kirchenaustritt kostet weniger an Verwaltungsgebühren, als man in 1-2 Monaten einspart. Und Glauben, Kirche und Steuern sind ohnehin drei verschiedene Dinge, die auf keinen Fall in einen Topf gehören.
Abgesehen davon kannst Du auf einfache Weise zu Geld kommen, wenn Du eine Prüfung als staatlich registrierter Drogenhändler ablegst. Übe mal ein bißchen (in der »Letzten Einkehr« im Hinterzimmer nach »Joe« fragen), bis Du Disposition und Vertriebsstruktur durchschaut hast und dann bewirb Dich mit Lebenslauf, Foto und Aufstellung Deiner bisherigen Umsätze bei der nächsten Polizeidienststelle. Besonders vorteilhaft ist übrigens, wenn Du Erfahrungen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen nachweisen kannst. Also alles immer schön quittieren lassen!
Du erhältst auf dem Revier den IHK-Test-Fragebogen »staatlich registrierter Drogenhändler«, füllst ihn aus und kriegst ein paar Tage später Bescheid, ob Du die Genehmigung bekommen hast. Mit dem Bescheid gehst Du zum Gewerbeamt und meldest Deinen Handel an. Du mußt dann natürlich Buch führen und Einkommensteuer zahlen, aber dafür kann Dir das Finanzamt nichts am Hacken. Ist doch 'ne gute Idee, oder?
 
 

Noch mehr Fragen an Dr. Alfred?

 

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